Europa. An unserer Schule gehört dieser Begriff dem Alltag an, man hört zu jeder Zeit zahlreiche Sprachen, nähert sich anderen europäischen Kulturen, und, das faszinierendste, wir sehen es als natürlich an. Genau diese Alltäglichkeit wurde am 10. April von der Journalistin Christine Schulz-Reiss, anlässlich ihres Buches „Nachgefragt-Europa“, an der französischen Schule Lycee Victor Hugo vorgestellt und, von Schülern des Liebig Gymnasiums, der Lycee Victor Hugo und der ESF, besprochen.
Nachdem Frau Schulz-Reiss sich vorgestellt und ihre Tätigkeit als Journalistin beschrieben hat (eine durchaus interessante Karriere), traten Diskussionspunkte wie „Gibt es eine Europäische Identität?“, „Wie weit reichen Europas Grenzen?“ und „Europas Rolle in der Welt“ auf. Es entstanden Ansätze einer spannenden Diskussion auf, denn es mangelt bei diesem Thema nie an Gesprächsstoff, doch leider wurde uns Schülern, die die heranwachsende „europäische“ Generation bilden, nicht genug Möglichkeiten bereitgestellt unsere Meinungen zu äußern. Dies lag einerseits daran, dass man von uns keine eigenen Beiträge, sondern nur Fragen verlangte, und diese dann langwierige Antworten bekamen, woran weitere möglichen Beiträge erstickten.
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So kann ich meinerseits sagen, dass ich mich zu dem Thema „Europas Grenzen“ und „Europäische Identität“ noch gerne geäußert hätte, in dem ich noch mehr als eine Frage stellen könnte. Leider schien es Frau Schulz-Reiss wichtiger zu sein, ihre eigenen idealisierten Ansichten, wie z.B. ein Europa ohne Grenzen (eine wunderbare Utopie, von der wir aber realistisch gesehen nur Träumen können), durchsetzen zu wollen.
Auch hat Frau Schulz-Reiss übersehen, dass ein Gemeinschaftsgefühl nicht politischerseits erzwungen werden kann, sondern von Mensch zu Mensch mit dem Herzen gespürt werden muss. Ein Beispiel dafür ist, dass sich aus dem Gebilde der Sowjetunion zahlreiche unabhängige Staaten wie z.B. Estland, Lettland, Litauen, Kazakhstan, Uzbekistan gebildet haben, die sich als ein anderes Volk gefühlt haben, also nicht Teil der Sowjetunion. Wie man sieht bildet eine instituionelle Vereinigung, wenn überhaupt, nur den Gipfel des Eisbergs.
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Trotzdem war es auf jeden Fall ein sehr wertvolles Erlebnis, mal Schüler von einer ähnlich europäisch/internationaler Schule kennenzulernen und andere Atmosphären aufzusaugen als das alltägliche. Wenn nur mehr Wert auf Schülerbeiträge gesetzt worden wäre, hätten alle an einer perfekten Möglichkeit teilgenommen, sich über ein dynamisches, ständig wandelndes Europa zu informieren und berichten.
Alexander Burik, S5en