
Am Donnerstag morgen ging es über Zürich nach Rom – das uns regnerisch begrüßte. Nachdem unser Hotel Nähe Termini erreicht war, wollten wir uns in das Programm stürzen, aber vor S. Maria Maggiore überraschte uns der erste Platzregen, so daß die Schüler gleich in trockene Lokale einkehrten, die Lehrer mit nassen Füßen den Rom-Paß (günstig für alle Rom-Touristen) besorgten. Am Freitag schien die vertraute römische Sonne. Morgens hatten wir uns in der Villa Borghese angemeldet, dort blieben wir bis mittags und zeichneten „Paolina Borghese“ von Canova oder „Apoll und Daphne“, die sich auf der Flucht in einen Baum verwandelt, von Bernini, danach noch eine Stunde Zeichnen am Brunnen im Borghese-Park.
Nach einer Pause im Hotel konnten wir vom Vortag alles nachholen: S. Maria Maggiore, Viottoria Emmanuele, unvergesslich der Ausblick von ganz oben, Palazzo Venezia, Il Gesu, die Trajan und die Marc Aurel Säule, das Pantheon und der Trevi-Brunnen,- immer fachkundig eingeführt durch Kurzreferate der Schüler.
Simone, unser Römer, führte noch zum Piazza Navona, der vor allem nachts bei warmen Wetter ein Erlebnis ist. Simone war in jeder Situation romkundig und hilfreich, es gab dadurch keinerlei Wegprobleme.
Am Sonnabend hatten wir etwas Pech – eine U-Bahn zu spät und die Schlange am Vatikan war zu lang, so daß wir zum Colosseum fuhren – aber da wurde wegen Streik erst mittags geöffnet und auch der Nero-Palast war geschlossen – so blieb das Forum Romanum, daß wir in Regenmänteln unter Schirmen durchwanderten – schließlich gingen wir, da der Regen zunahm, für einige Stunden in das Capitol, deren Exponate wie der „Dornenauszieher“, „Marc Aurel“ Reiterstatue und die Colossalstatue Konstantins wieder beeindruckende Zeichenmotive waren. Wieder durch das Forum unter Christines Führung zurück zum Colosseum, in dem wir nach der Einführung Leonies nur in geschützten Nischen zeichneten.
Abends fuhr ein Teil der Gruppe zu einer urchristlichen Basilika, Santa Sabina, ein anderer Teil besuchte S. Maria d. Popolo und die Piazza del Popolo mit der Via Corso, einige waren sogar noch in der Via Nationale.
Am Sonntag morgen bei mäßigem Regen gingen wir in die Diokletianthermen, später als Kloster umgewandelt, wo eine ausgesuchte Ausstellung römischer antiker Skulpturen in einem schönen Kreuzgang zum Zeichnen einlud. Mit nachlassendem Regen ging es um 12.00 auf den Petersplatz, auf dem die sonntägliche Ansprache Benedikt XVI aus seiner Sommerresidenz per Videoleinwänden übertragen wurde, in der langen Schlange zum Petersdom führte uns Sunny in die uns erwartenden Besonderheiten wie der Architektur der Kuppel, der Mosaike, der Skulpturen und Michelangelos „Pieta“ ein. Einige besuchten die Gräber in der Krypta, andere wanderten hoch in die Kuppel, weiter auf das Dach hinter den Großfiguren, zeichneten dort, und weiter bis ganz hinauf auf engen Treppen bis in die obere Laterne – der Blick über Rom ist einmalig und sollte von keinem Romreisenden versäumt werden – und während der Dachtour strahlte die Sonne.
Gegen 17.00 erwischte ein heftiger Platzregen eine Gruppe auf dem Weg zum Ara Pacis, und zwar naß bis in die Schuhe, die anderen waren gerade noch im Hotel angekommen.
Abends auf dem Campo del Fiori mit Schauern blieb schließlich genug trockene Zeit, sich auf der spanischen Treppe niederzulassen.
Am letzten Tag, Montag, 7.00 Aufbruch ohne Frühstück mit Brötchen und Schinken im Gepäck schnurstracks zu den Vatikanischen Museen, Riesenschlangen, aber wir waren um 9.00 nach trockenem Wartewetter glücklich drin – bewunderten die barocke Wendeltreppe und zeichneten erstmal eine Stunde im Hof des Belvedere Palastes, die besondere Architektur und römische Skulpturen. Einige skizzierten danach die Büsten oder die Laokoongruppe im Skulpturenhof, in den Stanzen des Raphael und in der Sixtinischen Kapelle konnte aufgrund der vielen Menschen nicht gezeichnet werden. Auf dem Weg zur Sixtinischen Kapelle entdeckten wir ein kleines preiswertes Café am Mauerrand der Säale und rasteten in der Sonne. Der späte Nachmittag wurde zum größten Teil in den großzügigen römischen Einkaufspassagen verbracht, einige besuchten zwischendurch Kirchen wie Santa Clemente und waren auf der Piazza Navona.
Am Dienstag ging es um 9.30 zum Bahnhof Richtung Flughafen „Leonardo da Vinci“ und mit Zwischenstop in Zürich landeten wir gegen 17.30 in Frankfurt,- viel zu schnell gingen die vier Tage in Rom vorbei. Ein ganz besonders interessierter engagierter und zeichnerisch sich immer bessernder Kunst-Leistungskurs war hier unterwegs gewesen, die vielen Skizzen zeigen eine ganz intensive Annäherung an die „ewige Stadt“, durch Simones Führung und durch eine besonders gutgelaunte und trotz Regen rombegeisterte Gruppe, die sich gegenseitig unterstützte und viel Spaß hatte, war diese kurze Romerkundung eine ganz besondere Reise und wird sicher das Kunst-Bac positiv beeinflussen.
Mechthild Kersken, Nino Pezzella